Dortmunds Falken schlagen Alarm. Drei ihrer Jugendeinrichtungen können die von der Stadt angedrohten Einsparungen von acht Prozent nur kompensieren, wenn sie öfter schließen. Dann drohen neue öffentliche Saufgelage, warnen die Betreuer.
Das „Time Out” an der Meylantstraße in Wickede, das „Chill” an der Dörwerstraße in Nette, der Kinder- und Jugendtreff an der Siepmannstraße in Kirchlinde – sie haben etwas gemeinsam: einen problematischen Einzugsbereich. Als immer weniger los war in ihrem Umfeld, machten aktionsdurstige Jugendliche draußen die Nacht zum Tag.
Alltag im Winter 2007: Polizeieinsatz nach Saufgelage am Wickeder Hellweg. Foto: PRINTZ.NET
Am Schlimmsten traf es Wickede. An Wochenenden wurde der Hellweg zur Saufmeile. Exzessive Alkoholgelage sorgten für eine explosive Mischung. Großaufgebote von Polizei und Ordnungsamt patrouillierten durch die Straßen. Alkoholleichen, Gewalt, Platzverweise, Festnahmen – ein hochprozentiger Winter.
Drei Jahre ist das jetzt her. Als damals das „Time Out” öffnete, war der Name Programm für Teenies und Jugendliche. Meist sind es Kids zwischen 16 und 17, die hier eine Auszeit nehmen. Einige bringen ihr Bier mit. Sie dürfen das auch. „Eine, höchstens zwei Flaschen unter Aufsicht sind erlaubt”, sagt Betreuer Klaus Schlichting. Aber es gibt Regeln. „Wer mit Wodka kommt, geht wieder. Wer Alkohol einschmuggelt, bekommt Hausverbot.”
Die Besucher haben das akzeptiert. Aber der böse Geist könnte wieder aus der Flasche kommen, befürchten die Falken. Wenn die Stadt tatsächlich bei der Jugendarbeit acht Prozent kürze, müssten die Betreiber rund 9000 Euro an den drei Standorten einsparen. Das hätte Folgen. „Wir müssten das 'Time Out' vier Wochen schließen”, sagt Rainer Hüls, Vorsitzender des Falken Bildungs- und Freizeitwerkes Dortmund – und warnt vor einem „Salto rückwärts mit unabsehbarem Verlauf”.
Getrübter Ausblick: Rainer Hüls, Robert Austmann und Klaus Schlichting (v.l.) im „Time Out”. Foto: WR RALF ROTTMANN
Das „Chill” in der JFS Nette bliebe künftig an Sonntagen dicht, wenn der Rotstift des Kämmerers es will. „Das wäre katastrophal”, weiß JFS-Leiter Robert Austmann. Seit die Kids unter Obhut „chillen”, ist es sehr viel ruhiger geworden rund um das Schulzentrum Nette. Früher lagen schwere Wodka-Wolken über den Plätzen, auf denen sich die meist aus GUS-Staaten stammenden Jugendlichen des Viertels vergnügten. Heute zählen sie zum Stammpublikum im „Chill”. „Es ist ihr zweites Wohnzimmer geworden”, sagt Austmann und zitiert aus der Hausordnung: „Keine Gewalt, keine Waffen, keine Drogen, kein harter Alkohol.”
Im Kinder- und Jugendtreff Kirchlinde träfe es die Kleineren besonders hart. Dort fiele nicht nur die mobile Spielstätte weg. Auch ein Projekt zur Berufswahlfindung wäre unter Sparzwang geplatzt.
„Es ist eine Frage des politischen Willens”, erinnert Schlichting an die Unterstützung der zuständigen Bezirksvertretungen für die einzelnen Projekte. Jetzt sei es an der Zeit, Farbe zu bekennen, meint auch Hüls. „Die Politik sollte genau überlegen, was es mit dem Diktum auf sich hat, in Kinder, Jugend und Zukunft zu investieren.” Sofern sich die Stadt aus der Verantwortung ziehe, blieben die Falken mit einem Scherbenhaufen zurück – „wie ein Konkursverwalter”, so Hüls.
Westfälische Rundschau Dortmund, 15.03.2010, Klaus Brandt
Jugendliche präsentieren pfiffige Ideen
Der Prozess zur Realisierung eines Skaterparks im Stadtbezirk Mengede zeichnet sich nicht nur durch kontinuierliche Beteiligung von Jugendlichen aus. Sondern auch durch pfiffige Ideen und ein hohes Maß an eigenverantwortlichem Denken der Zielgruppe. So oder so ähnlich - also auch mit Flutlichtmast - könnte der Skaterpark bald an der Haberlandstraße entstehen.Junge Mengeder stellten der Bezirksvertretung Mengede am Mittwoch (3.3.) ganz genau vor, wie sie sich den Skaterpark vorstellen: Er soll mit attraktiven Hindernissen wie Treppen ausgestattet sein, die es den Skatern erlauben atemberaubende Figuren zu fahren. Durch eine sinnvolle Anordnung der Rampen und Hindernisse soll Fahrfluss gewährleistet sein.
Skatepark soll sich von anderen unterscheiden
Der Skatepark dürfe nicht von einer szenefremden Firma gebaut werden. Er soll sich grundlegend von anderen Skateparks in Dortmund unterscheiden, d. h. keine Asphaltfläche mit Fertigteilen haben.
Nach Vorschlag der Jugendlichen könne der Park aus so genanntem Ortbeton und Spritzbeton gebaut werden, was weniger Rollwiderstand als Asphalt biete und Standsicherheit der Hindernisse gewährleiste.
"Wir wollen einen Skatepark, bei dem unsere Wünsche maßgeblich entscheidend für Planung und Bau sind", lautete die nicht unbescheidene aber von den Politikern wohlwollend zur Kenntnis genommene Forderung in der Bezirksvertretungssitzung.
Die Jugendlichen ernteten viel Lob für ihre Vorarbeit. Peter Kozlowski machte sogar den Vorschlag, die Jugendlichen finanziell so auszustatten, dass sie einen Fachberater engagieren können.
Antrag passierte einstimmig das Vorortparlament
Der gemeinsame Antrag von CDU. SPD und Grünen, dass Verwaltung, Fachfirma und Jugendliche eine Grundsatzplanung entwickeln sollen, in der die Vorschläge der Jugendlichen berücksichtigt werden, passierte einstimmig das Vorortparlament.
Joachim Farnung, Sprecher der CDU-Bezirksfraktion, dämpfte allerdings angesichts der Haushaltslage möglichen Optimismus: "Ich hoffe, dass wir die finanziellen Mittel zusammen bekommen. Wir sollten nicht Hoffnungen wecken, die wir nicht halten können." Ruhr Nachrichten, von Arndt Brede am 5. März 2010 15:25 Uhr

Mengede. Seit Monaten fordern Jugendliche einen Skaterpark im Stadtbezirk - in Kombination mit einer Mountainbike- und BMX-Anlage. Ein Standort ist anvisiert. Die Bezirksvertretung signalisierte Unterstützung - und hofft jetzt auf eine schnelle Prüfung durch die Verwaltung.
An Vorschlägen fehlt es nicht, denn seit längerem schmieden die Teenager in den Jugendfreizeitstätten Nette und Westerfilde Pläne, wie eine Skateranlage im Stadtbezirk Mengede aussehen könnte. Sogar Miniaturmodelle eines zukünftigen Parks haben sie gebastelt und bei Touren durch die Stadtteile nach einem geeigneten Gelände Ausschau gehalten. Mitte Mai, im Rahmen des DO-Forums, präsentierten sie ihre Ergebnisse dann den Sprechern der Fraktionen in der Bezirksvertretung Mengede. Und die Vorschläge stießen auf eine einhellig positive Resonanz: Manfred Jockheck (Grüne) fand es „astrein, was ihr hier macht”, Joachim Farnung (CDU) sprach von dem „politischen Willen, euch bei diesem Vorhaben zu unterstützen”, und Werner Locker (SPD) kündigte an, „daraus einen gemeinsamen Antrag für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung zu formulieren” (die Stadtteil-Zeitung berichtete).
„Es sollte etwas Adäquates sein, keine Billiglösung für 20 000 Euro.”
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12. Erlebnisnacht in Mengede: Klettern, kicken und Cocktails trinken
Mengede. Dass die „Erlebnisnacht” der AG 78 hält, was der Name verspricht, hat sich herumgesprochen: In den vormaligen Zechenhallen an der Barbarastraße fand am Wochenende (20./21. November) die zwölfte Auflage statt – und viele Jugendliche kamen.
Über einen „Durchlauf von rund 250 Jugendlichen oder mehr” freute sich Peter Gehrmann, Sprecher der AG 78 in Mengede, ebenso wie Sonja Carstens, Fachreferentin für Kinder- und Jugendarbeit im Stadtbezirk.
Die sozialpädagogisch ausgebildeten Mitarbeiter gaben sich alle Mühe, den Gästen (Zielgruppe: 11 bis 16 Jahre) möglichst viele Aktionen zu bieten: Da betätigte sich etwa Daniel Kolb, Leiter der JFS Westerfilde, an diesem Abend als Barkeeper und mischte alkoholfreie Cocktails.
In den vormaligen Zechenhallen an der Barbarastraße lassen sich viele Kisten stapeln. Ein Kletterparadies. Fotos: Jochen Linz Foto: Linz/PiLi beim Autor
In der „Pimp-Up-Your-Hair”-Ecke ein paar Meter weiter machte Fiona Forde (BiSZ) eine gute Figur als Friseurin. Und damit die Jugendlichen, vor allem Mädels, sich mit ihrem neuen Style ablichten lassen konnten, drückte Kristina Schmidt (PSG/JaM) x-fach auf den Auslöser.
Robert Austmann (Smile) achtete derweil darauf, dass sich die Kids beim Kistenklettern gefahrlos vergnügen konnten, während sich Ursula Koblitz und Claudia Kowollik (HoT) um die Versorgung mit kleinen Erfrischungen und Snacks kümmerten – angeboten zum Sparpreis von jeweils 50 Cent. Das kam bei den Kids und Teenagern ebenso gut an wie die interaktiven Multi-Media-Angebote oder auch der durchaus lehrreiche Rauschbrillenparcours. Erneut war das Street-Kick-Turnier des Fanprojekts der große Renner: 36 Teams gaben ihr Bestes, um sich in die Siegerliste einzutragen und die diversen Preise abzuräumen.
Andere junge Besucher wollten sich lieber keinen Stress machen: Zum Beispiel Jana, Paulina und Jerome (jeweils 13), die in der „Chill-Out-Zone” abhingen. Sie fanden die Cocktails „lecker” und den Abend „total cool”.
Nord-West, 22.11.2009, Christian Chmel
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